Das Leben ist ein Ärgernis, das man nicht mildern kann, gleichwohl man vermag die Risiken zu mindern, die das Leben verursachen, doch genauso bedingen, andernfalls lebt man geschichtslos, so, als ob programmiert. Dies Ärgernis, das Leben also nicht determinieren zu können, ernährt eine Industrie, die das Leben in Risikogruppen katalogisiert, sodass ein jeder eine Zielgruppe finde, worin er sich einnisten, endlich versichern könne.
Doch wie kann die Industrie wissen, in welche Risikogruppe man uns schubladisieren solle? Weil sie uns nicht mehr traut, schliesslich sind wir allesamt anonym und beliebig, will sie ermitteln, wer denn besonders gefährdet sei. Hierbei helfen wir dieser Industrie, so kann man mittlerweile eine «Blackbox» ins Auto installieren, die protokolliert, wie schnell man wo und wann fuhr, womit denn auch eruiert werden kann, wer ein Raser sei.
Dies Beispiel mag zwar ein Einzelfall sein; dennoch ist zu befürchten, dass diese Industrie weitaus mehr und genauer wissen möchte, wie wir leben und wie wir uns verhalten, als uns zuweilen beliebt. Weil eine jede Industrie profitabel wirtschaften möchte, so zwischen rentablen und unrentablen Kunden differenzieren muss, will sie natürlich den Versicherten ermuntern, diesen mit verbilligten Prämien locken, das eigene Leben risikospezifisch zu observieren.
Natürlich will die Industrie niemanden zwingen, darf sie auch nicht. Doch hinsichtlich einer Generation, die im Internet unaufhörlich sich entblösst, weil kaum fürs Private sensibilisiert, gleichwohl manche prophezeien, das Private werde daher wieder relevant, kann man den Widerstand gebrochen meinen, das eigene Leben gänzlich mit einer Maschine zu decken, welche die jeweils tagesaktuelle Prämie generiert.