Der Unterhaltungswert des jetzigen Tagesgeschehen ist jämmerlich. Nirgends explodieren Bomben, und falls doch, dort, wo weder Öl gefördert wird noch Massentouristen saufen; also kaum unsere Aufmerksamkeit provoziert. Wie man unsere Zeit überdauern mag, ist wohl ein Rätsel. Infolgedessen überrascht nicht, dass die grosse Müdigkeit und Langweile den Fortbestand der menschlichen Unart gefährdet.
Die einzigen Verlässlichen, die unverbesserlichen Weltverbesserer, kapitulierten; bloss Abtrünnige derselben wettern noch, das System sei ungerecht und die Umwelt verschmutzt. Eine realistisch-pragmatische Idee, wie man die Welt denn läutern könne, aber findet und vermutet man nirgends. Man arrangiert sich, ausgenommen diejenigen, deren Körper keinen ökonomischen Wert hat.
Dabei wäre die Zeit günstig, die Umstände glücklich. Eigentlich müsste man nicht verzagen. Man könnte und dürfte hoffen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, und sie ist verstorben, unwiderruflich, unwiederbringlich. Ohne Hoffnung, ohne Zuversicht basteln wir, was wir vermeintliche Zukunft heissen. Man erduldet den Weltgeist, oder wen auch immer, wer auch immer sich bemächtigt fühlt hierzu, die Welt zu verändern.
Man ist satt. Doch aussteigen kann und darf man nicht; Selbstmord ist kriminalisiert. Man ist verdammt, hier zu fristen, auch wenn man sich anderswohin sehnt, sich hier statt zugehörig und heimisch gänzlich entfremdet wähnt; mitnichten sich identifizieren mag. Und doch ist man gezwungen: zu überleben. Wer nicht leben will, wird dazu gezwungen, nötigenfalls mit physischer wie psychischer Gewalt.
Das Beste ist, gar nicht erst geboren zu werden.
braver Katholik! Obschon dein Zynismus gegenüber weltlichem Geschehen obsiegte, du die Hoffnung begrubst und mit dem Suizide kokettiertest, es liess sich nicht lange weilen ohne Leiden.
“Ja, wir müssen alles tun, um Leid zu überwinden, aber ganz aus der Welt schaffen können wir es nicht – einfach deshalb nicht, weil wir unsere Endlichkeit nicht abschütteln können und weil niemand von uns imstande ist, die Macht des Bösen, der Schuld, aus der Welt zu schaffen, die immerfort – wir sehen es – Quell von Leiden ist. Das könnte nur Gott: Nur ein Gott, der selbst in die Geschichte eintritt, Mensch wird und in ihr leidet.” (aus Spe salvi)
Hoffnung [ˈhɔfnʊŋ], (verwandt mit engl.: hope, vgl. mittelniederdt.: hopen „hüpfen“, „(vor Erwartung unruhig) springen“, „zappeln“)
Vielleicht hats auch was mit “Hopfen” zu tun… nicht ohnehin verliert man ja selbiges und Malz…
[...] Langeweile Langeweile scheint eine der häufigsten Todesursachen zu sein: Die Bekenntnisse eines Lebensmüden und Gelangweilten. [...]
Ab heute knallt es wieder. Zwar nur in Südossetien, aber immerhin könnte das zum Krieg zwischen Russland und Georgien ausarten. Und die Amis sitzen dort auch irgendwo herum. Haben die nicht sogar die georgische Armee ausgebildet?
Nun ja. Wollen wir das beste hoffen, nicht war.
ich kann mir echt beim besten Willen nicht vorstellen wie man immer über langeweile klagen kann…es gibt so viel sachen die man machen kann…