Samstag, 01. Mai 2010
Donnerstag, 11. März 2010
Mittwoch, 10. März 2010
Tief im letzten Jahrhundert gab es noch die Figur des Revolutionärs. Der sagte solche Dinge wie:
Der Imperialismus ist ebenso sehr eine geschichtliche Methode der Existenzverlängerung des Kapitals wie das sicherste Mittel, dessen Existenz auf kürzestem Wege objektiv ein Ziel zu setzen. Damit ist nicht gesagt, daß dieser Endpunkt pedantisch erreicht werden muß. Schon die Tendenz zu diesem Endziel der kapitalistischen Entwicklung äußert sich in Formen, die die Schlußphase des Kapitalismus zu einer Periode der Katastrophen gestaltet.
Boah, das sind Sätze! Um die zu verstehen, braucht es heute einiges an geschichtlichem Wissen.
Nun könnte man ja meinen, wir müssten heute ganz ohne Texte mit einem Aufruf zur Revolution auskommen. Ich meine Sätze, die für die herrschende Klasse - es handelt sich heute um eine gesellschaftlich weitgehend eingeebnete Konsensklasse - zur Bedrohung werden könnte.
Die Weltwoche hat so ein Manifest veröffentlicht. Das tönt dann so:
Wir plädieren dafür, umgehend damit aufzuhören, unsere Leben in Tonnen CO2 zu berechnen. Menschliches Handeln ist nach menschlichen Maßstäben zu bewerten. Wir sollten es als gut, kreativ, erfindungsreich, fleißig oder einfach beglückend anerkennen.
Da ist revolutionäre Musik drin! Und auch hier:
Wir sollten darauf bestehen, dass Wirtschaftswachstum im Kern gut und überdies unverzichtbar ist. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen keine materielle Not leiden und genügend Freizeit und Freiheit haben, um ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen.
Ich meine, so etwas darf man heute nicht einmal leise vor sich denken, geschweige denn laut.
Unsere Staatsoberhäupter reisten im Dezember nach Kopenhagen, um bei dieser "historischen Veranstaltung" Handlungsfähigkeit und Entschlossenheit zu demonstrieren - Attribute, die man in der Tagespolitik schmerzlich vermisst. Mangels glaubwürdiger Visionen für ein besseres Leben übten Politiker sich angesichts des erwarteten Klimawandels als Prediger der Sparsamkeit und des Verzichts.
Gut, Frau Luxemburg wurde seinerzeit nach ihrer Kaiser-Schelte in Haft gesetzt. Das passiert heute nicht mehr.
Weil sich die Politik für die Ergebnisse von Umfragen interessiert und nicht für irgendwelche revolutionären Manifeste.
Weiterlesen: Das alternative Kopenhagen-Manifest
Die Fortsetzung des „Phantoms der Oper“ wurde lange erwartet. Andrew Lloyd Webber verlegt sie in eine spukhaft-surreale Welt an der amerikanischen Ostküste. Und mit dem unverfroren schnulzigen „Love Never Dies“ ist ihm ein neuer Musical-Hit geglückt.
Der zur Tatzeit zehn Jahre alte Jon Venables hat nach dem Mord an einem Kleinkind 1993 bereits eine achtjährige Strafe verbüßt. Nun ist der Brite durch seine erneute Verhaftung wieder ins Visier der Justiz geraten. Die Forderung nach der Aufhebung seiner Anonymität wird immer lauter.Wir erleben es derzeit, wie die Politik praktisch bei jedem Thema überdreht. Man kann es an der FDP festmachen: Zuerst will man drei Fraktionskollegen am liebsten aus der Fraktion schmeissen und ein paar Tage später veranstaltet man mit ihnen eine Pressekonferenz.
Versteht das jemand?
Aber es ist nicht nur die FDP. Die CVP hat einen Präsidenten, der morgens wie von der Tarantel gestochen nach links rennt und abends zurück nach rechts, während die SVP den ganzen Tag im Kreis dreht.
Versteht das jemand?
Die SP hat Herrn Levrat und das ist Last genug. Die Grünen - die Grünen, gibt's die noch oder sind die jetzt alle auch liberal?
Da gibt's nichts zu verstehen.
Die Nationalratspräsidentin meint im einem Anflug von jugendlicher Selbstüberschätzung, den Ständerat öffentlich am Nasenring vorführen zu können, denn das wichtigste Traktandum der Schweizer Politik ist die Einsetzung einer PUK zur UBS, die Pubs.
Versteht das jemand?
Ich plädiere für Neuwahlen. Alle, die schon länger als acht Jahre in Bern sitzen, sollen zurücktreten und neuen Leuten Platz machen.
Das würden alle verstehen.
Erstmals will China auch Frauen in den Orbit schicken, allerdings nur wenn sie verheiratet sind. Die Ehe mache Taikonautinnen körperlich und psychisch reifer.
Während der Oscar-Nacht wird stets verdienter Schauspieler gedacht, die im vergangenen Jahr gestorben sind. Auch dieses Mal – doch Farrah Fawcett fehlte.
Die Hälfte aller deutschen Singles glaubt, den Traum-Partner online finden zu können. Schneller als im realen Leben geht die Suche im Netz aber nicht, ergibt eine Studie.
Deutschlands Straßen wirken nach dem Winter wie Kraterlandschaften. Eine Infografik zeigt, wie Risse und Schlaglöcher entstehen und wie Straßenschäden behoben werden.
Die reichsten Männer der Welt haben die Plätze getauscht: Microsoft-Gründer Bill Gates muss sich mit Platz 2 hinter dem Mexikaner Carlos Slim Helú begnügen, dessen Vermögen umgerechnet 39,3 Milliarden Euro beträgt. Karl Albrecht (Aldi Süd) hat es gerade noch in die Top 10 geschafft.…wenn man(n) sich gendermässig negativ äussert zu dieser Kategorisierung in Wikipedia (Screenshot):
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Darum lassen wir das besser bleiben.
Der Fernsehmoderator, um den es hier und in Wikipedia geht, heisst Regula Späni. Eben wurde bekannt (Tages-Anzeiger, Zürich: Artikel), dass sie per Ende Mai 2010 das Schweizer Fernsehen verlassen wird.
Privat, liest man(n) in Wikipedia, ist sie mit dem Sportreporter Stefan Bürer verheiratet und dreifache Mutter. Mit wem sie öffentlich verheiratet ist, erfährt man(n) leider nicht.
Zu/über Stefan Bürer gibt es noch keinen Wikipedia-Artikel. Vielleicht findet Regula Späni per Anfang Juni 2010 Zeit, einen Artikel zu verfassen. Uns würde es freuen, wenn Stefan Bürer in:
Kategorien: Sportreporterin (Schweiz) | Schweizerin | Geboren 19XX | Mann
eingereiht würde. Aber das ist nur lächerliches Wunschdenken – das lassen wir besser bleiben.
Alrun Goettes Sozialdrama „Keine Angst“ will schonungslos die „Hartz IV-Wirklichkeit“ darstellen. Zuvor zeigte es der redaktionell federführende WDR Schülern in Köln-Porz, die sich im Film wiedererkennen sollten. Aber das wollten sie nicht.
Jetzt als DVD, auch ohne Oscar – Michael Hanekes Film "Das weiße Band". Das Meisterwerk quält den Zuschauer mit der Erkenntnis, wie die Gewalt in unser Leben kommt.
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels fühlt sich von Internet und E-Reader nicht bedroht. Die neuen Medien seien eher hilfreich für die Branche, sagte der Vorstand.
Stammt die Millenium-Trilogie allein aus der Feder des verstorbenen Stieg Larsson? Seine Lebensgefährtin verneint dies. Sie habe an den Werken mitgewirkt.
Da lernt selbst die Umweltministerin noch was. „Das Fell ist ja ganz weich und warm. Das hätte ich nicht gedacht“, sagt Silke Lautenschläger und streichelt dem Biber durchs dicht gewachsene Haar. Im Spessart, wo die Ministerin weilte, leben rund 400 Biber - zwanzigmal mehr als 1990.
Der Mythos des Malergenies Vincent van Gogh gründet sich auch auf seinen schriftlichen Nachlass. Denn zeitlebens hat er schreibend geordnet, was er später in seinen Gemälden schuf. Eine Londoner Ausstellung feiert van Gogh nun endlich auch als Autor.
Bei schwachem Licht werden den Männern in Bangkok neben kopierten DVDs und unechten Lacoste-Hemden auch falsche Frauenkörper angeboten. Im buddhistischen Thailand sind Transsexuelle - die „Ladyboys“ - akzeptiert. Verbände ringen um gleichen Zugang zu Homöopathika
Mit gefälschter Anwaltspost hat eine Bande über Monate hinweg Heroin in die privatisierte Haftanstalt in Hünfeld und das Gefängnis in Fulda geschmuggelt. Sieben Bandenmitglieder sehen nun einem Prozess wegen Drogenschmuggels entgegen. [Wir wiesen am 11. Februar auf die Ausstellung Fasnacht & Kunst & Tinguely im Museum Jean Tinguely (Basel) hin.] Wie webjournal.ch – Das iPortal für die Dreiländerregion Basel in einem längeren, sehr lesenswerten Artikel berichtet, wurden am vergangenen Wochenende zwei aktuelle Laternenbilder der Ausstellung hinzugefügt. Zitat aus dem Artikel:
Keine andere Laterne hat die Gemüter so bewegt wie die Vorderseite der Lampe der Fasnachtsgsellschaft ‘Alti Stainlemer’: Michele Käppeli hat – der Pietà von Michelangelo folgend – meisterhaft Muammar al-Ghaddafi und Bundesrat Merz ins Bild gesetzt. Die zweite Laterne stammt von der ‘Rätz’. Für ihren Geld-Wahnsinnszug hat Markus Urfer Böcklins ‘Pest’ zitiert.
webjournal.ch – Das iPortal für die Dreiländerregion Basel: Michelangelo und Böcklin im Museum Tinguely (7. März)


