Wir schelten «heute» ehrlich!
Obzwar man den Verleger verachtet, einzelne Mitarbeiter des Hauses hasst oder grundsätzlich nur die Zielgruppe verabscheut, so muss man doch, wenngleich verbittert, letztlich eingestehen, dass das Abendblatt heute, wider aller Erwartungen und düsteren Vorausahnungen, inhaltlich wie konzeptionell sich besserte und festigte, sosehr, dass man diesen «Watchblog» eigentlich schliessen könnte.
Einige Dinge, die wir bemängelten, korrigierte heute lautlos, ob fehlende Quellenangaben, «Freak-News» oder ob Feingliederungen der Kategorien (beispielsweise dass «Lesen» nicht mehr unter «Nachtleben» fällt, obwohl Wissen, das niemand wahrnimmt, unnützes ist), heute zeigt ohne Reue und mit ansprechender Selbstironie die eigenen Unzulänglichkeiten.
Anderseits perfektionierte heute die Massenzerstreuung. Gleichwohl vermischt heute Werbung mit redaktionellem Inhalt, was allein nicht tadelnswert wäre, weil ohnehin alle Medien, Blogs miteingeschlossen, selber sündigen, würde die Subtilität dessen verborgen bleiben. So, kürzlich geschehen (Zürcher Ausgabe, Freitag, 15. Juli 2007), weist dergestalt Werbung einen neuen möglichen, noch subtileren Weg der bewusstseinserweiterenden Werbeindustrie.
