Wir schelten «heute» ehrlich!
Weil «heute» neuerdings Blogs verlinkt, linken wir dankbar zurück, denn Links sind im Internet - ebenso wie alle Akteure des Internets - zwingend gleichgestellt. Nun, dass «heute» nicht nur vorgekaute PR- und Agentur-Meldungen wiederkäut, beweisen die unzähligen von «heute» bewirtschaften Hausblogs, die wahrhaft «Inhalt» produzieren, den «heute» erwartungsgemäss gedruckt zweitverwertet.
Wir, im kleinen Nebenfach einst als der Volksaufklärung und Propaganda studierten, stiessen umgehend auf den jüngst lancierten, vermutlich aber noch nicht als sagenhaft umworbenen Blog, der die Kompetenzen des ganzeinheitlichen Mediums «heute» nochmals ausdehnen soll. Weil «heute» als Medium sich begreift, dessen Sendungsbewusstsein das der zeitgemässen Jugendlichen beflissen zu verfremden, mit Verkaufsempfehlungen und Lebensweisheiten zu überschwemmen strebt, ist naheliegend, dass «heute» auch die sexuellen Nöten und Sorgen der Zeitgemässen - wenngleich «heute»-typisch kokett ironisierend - verspottet und anstelle der überkommenen eine neuere, weitaus flexiblere und den modernen Zeiten entsprechende Weltanschauung den leicht beeinflussbaren Jünglingen gütig verabreicht.
Nun berät die Lebensschule «heute» - wie angesprochen - auch die menschliche Sexualität. Sicherheitshalber moralisiert «heute» weder, noch belehrt, mahnt oder tadelt den Konsumenten. Nein, dies widerspreche ja dem heutigen und «heute»-spezifischen Bildungsauftrag. Stattdessen scherzt, blödelt, trollt und spasst «heute» nur - gemeinhin die einzig vernehmbare Kompetenz, die nebst dem Abschreiben von Agentur- oder dem Lohnschreiben von PR-Meldungen «heute» auszeichnet.