Dass die SVP des letzten Freitags vollends sich blamierte, schien manchen Kommentatoren gewiss, auch welchen, die ringsherum, wo wir polemisieren, stationiert sind. Beifall nämlich konnte kaum einer, der des politischen Kommentars sich befleissigt, den beiden, der eine nunmehr senil agitierende, der andere bloss das Senile nachäffende, Exponenten der SVP bezeigen. Vielmehr meinte man sich regelrecht genötigt, deren Begehren zu bemitleiden.
Die Hoffnung, die auch zeitlang die unsrige war, die SVP möge der gegenwärtigen Dekadenz trotzen, scheint endgültig erloschen. Zuvor räumten wir denn auch schon das Ansinnen, die SVP möge das Bürgertum reinstallieren. Doch nun sind wir ernüchtert, seitdem der grösste Führer, welcher allein uns zugegen war, Doktor Christoph Blocher, kapitulierte, und dies vor den Linken und Netten.
Erbärmlich. Auch sind wir dergestalt enttäuscht worden, dass wir befürchten, die SVP möge die absolute Mehrheit nicht mehr erringen; doch bloss ebendiese Mehrheit könne die Schweiz retten, allein eine entschlossene Blocher-Sturmtruppe, welche die verfilzte Bürokratie ausmerzen würde. Denn wie können wir einem Führer bedingungslos gehorchen, der selber kaum glaubt, was er uns als Wahrheit und nichts als die Wahrheit erzählt?
Wiewohl in den USA, so richtet hierzulande letztlich auch die weisse Unterschicht, wer denn die Schweiz bürokratisch präsidieren dürfe. Deswegen lernt Obama neuerdings zu kegeln, trainiert die Rhetorik des kleinen Manns, vulgo: Populismus und trinkt Ramschbier. Ob hiervon auch die elitären Politiker der Schweiz sich beeindrucken lassen, ist fraglich; allein Blocher schätzt und würdigt denn noch die weisse Unterschicht.
Die Wirtschaft hat sich verausgabt, mit ihm, und veräussert deswegen rasch und ganz panisch den Geierfond Blocher. Blocher? Ein seniler Verbitterter? Wer müsste und möchte sich denn hierauf noch stützen? Überhaupt: Blocher regiert nicht, er opponiert nur noch; so ist er doch bloss noch ein Eunuch, auch wenn Silvia mitunter das Gegenteil behaupte.
Und der Toni, jener kleine Schulbub, der sich nicht fügen möchte? Diesem Insinuant kann man doch auch nicht recht trauen; vor allem nicht das weltstädtische Kapital, das möchte sich doch nicht von einem Viehzähler repräsentiert wähnen. Wer wählt denn eigentlich die SVP? Masochisten, die endlich das Bewusstsein erlangen wollen, sie täten etwas Böses und Verruchtes? Vermutlich. Oder doch eher die weisse Unterschicht?
Nichtsdestotrotz.