Für eine positive Welt
Der Bildchef des Magazins mag uns anscheinend. Denn er bekennt sich eindeutig zu unsrer Weltanschauung «Positivismus». Und wir dachten anhin immer, wir seien die einzigen, ausgestorben und vereinsamt in der Schlacht der Theorien. Doch Andreas Wilhelm ermuntert uns ungewollt, unsren gepriesenen Positivismus zu vervollkommnen und weiterzuführen, ihn nicht frühzeitig wie unlängst andere Theorien zu bestatten.
Ja, die SRG weiss recht um unsere Zerstreuungssucht. Anstatt sie den rückgehenden Fernsehkonsum als Wiedergeburt eines Bildungsbürgertums feiert, will sie diesen Trend stoppen, indem sie ihr Programm verjüngt, mithin verdummt, damit die degenerierte Jugend weiterhin am Fernseher klebt. Bedenklich, aber wir alle insgeheim ahnen, weshalb die staatlichen Medien bedacht sind, uns am Fernseher zu ketten, wir wissen es!
Nach Angaben der CIA klassifizieren die USA Nordkorea weiterhin als Nichtatomwaffenstaat, weil laut einem CIA-Bericht der im Oktober getätigte Atomwaffen-Test Nordkoreas offensichtlich fehlschlug.
Auf dem Kontinent sterben bekanntlich die Grossphilosophen aus. Jean Baudrillard verschied kürzlich am 6. März 2007. Übrig bleiben also nur noch Jürgen Habermas aus Deutschland und Umberto Eco aus Italien. Ersterer gilt als Befürworter des europäischen Einigungsprozess. Ihm verdanken wir unter anderem auch die Theorie des kommunikativen Handelns. Er bekennt sich eindeutig in einem dpa-Interview beim Perlentaucher zu Europa.
Quelle: Perlentaucher: «Wacht auf, schlafende Mehrheiten für eine Vertiefung der Europäischen Union»
In Perioden, die den Schein als Möglichkeit des Seins ehren, erstaunt auch die Tatsache nicht, dass Bücher vermehrt dekorativ eingesetzt werden, damit die im Bücherregal ausgestellten Werke eine intellektuelle Glaubwürdigkeit vortäuschen.
Nun bloggt gar ein Bundesrat, jener der Kommunikation und so. Immerhin war’s der NZZ eine Randnotiz wert. Ob wir den bloggenden Bundesrat für unsere positivistisches Sache gewinnen können? Und ob er sich künftig zu einer positivistischen Lebensgrundhaltung bekennen wird? Wir stellen Fragen und zweifeln obendrein, ob der Bundesrat überhaupt gewillt und befähigt ist, die Kommentare in seinem Blog zu beantworten. Item. Für uns ist der bloggende Bundesrat eine Abwechslung und Inspiration, wenigstens über etwas bloggen zu können.
Chirac verzichtet laut einer Erklärung des Sonntags auf eine erneute Kandidatur. Damit endet eine Epoche, die aber ausgenommen der Atomwaffentests und des EU-Verfassung-Neins nicht viel zu verewigen hat. Wir trauern Chirac nicht nach, dem populistischen Opportunisten, dessen Profil eben sich dadurch zeigte, dass er keines besass. Dennoch schätzten wir sein Verhalten während des Irakkriegs; er gilt unsres Erachtens als Begründer des Alten Europas. Nun, wir wünschen Chirac einen erholsamen Ruhestand und hoffen derweil, dass die ebenso eigenschaftslose Ségolène Royal den Kampf um das Präsidentenamt für sich entscheiden kann, aber auch nur, weil sie eine Frau ist.
Weiterführende Informationen
derStandard.at: «Analyse: Kein Applaus für Chirac»
FAZ: «Der mit dem Veto drohte»
Das zivilisatorische Grossbritannien bewies vor rund zweihundert Jahren epochalen Mut, den Sklavenhandel per parlamentarisches Dekret abzuschaffen. Die verabschiedete «Bill for the Abolition of the Slave Trade» ermächtigte der britischen Navy im März 1807, Schiffe anderer Nationen mit Sklaven an Bord wie Piratenschiffe zu handhaben. Damit war die Moralpolitik, wie die FAZ das Jubiläum treffend übertitelte, tatsächlich erfunden! Gratulation!
Wenn China seine Währungsreserven umschichtet, röchelt die Weltwirtschaft. Gegenwärtig legen die Chinesen ihren Devisen in US-Dollars an. Doch bald, wie die NZZ besorgt heute vermeldete, könnte in China ein Umdenken stattfinden. Vermehrt sollen also die immensen chinesischen Währungsreserven diversifiziert werden, damit sich das volkstümliche genannte «Klumpenrisiko» vermindert. Wir freilich als eurozentrische Befürworter einer Weltmacht EU begrüssen die chinesische Entscheidung, aber befürchten, dass wir später einst dem Wohlwollen der Chinesen wie heute die USA ausgeliefert sein werden.
Der Volksmund schätzt diese Formulierung, weiss sie ihm schliesslich zu raten, wie er sich zu verhalten habe. Nun aber beweist die Formel ihre Tatsächlichkeit. In den USA plant man, den Beginn der Sommerzeit vorzuziehen, um dadurch Energie sparen zu können. Mitnichten, die baldige Umstellung kostet, verbraucht somit wieder mehr Energie, als sie gewinnte.
Quelle: Süddeutsche: «Eine Stunde Chaos»